Stefan Kortekaas (v.l.) , Michel Kortekaas, Christoph Dähn, Carolin Kortekaas, Sarah Börke und Marina Mackschewski
gehören zur Wachmannschaft der DLRG, die auch mit dem Boot auf dem Halterner Silbersee ehrenamtlich
patrouillieren. DZ-Fotos: Johanna Purschke
Dülmen. Der kleine Moritz hat seine Eltern verloren. Nun
sitzt er am Haupthaus des DLRG Teams und trinkt erst einmal ein Glas Limonade,
während Christoph Dähn von der DLRG eine Suchmeldung ausfüllt. Von Dienstag bis
Donnerstag befindet sich eine Wachbesatzung der DLRG Dülmen am Silbersee 2, die
die Mannschaft des Halterner Teams unterstützt oder an manchen Tagen auch
komplett ablöst. Da man vom Haupthaus allein die Menge an Sonnenanbetern im
Wasser und am Strand nicht ausreichend überblicken kann, gibt es am Strand noch
zwei weitere kleine Posten. So sitzen Marcel und Leonard neben dem
Nichtschwimmerbereich unter einem Sonnenschirm und haben das Treiben im Wasser
fest im Blick. Denn auch Schwimmflügel bieten den kleinen Kindern beim Spielen
im Wasser nicht immer einen sicheren Schutz. Die mit Ferngläsern ausgerüsteten
Jungen haben neben diesem Bereich auch immer das Geschehen im Rest des Sees
fest im Blick, und so fallen ihnen sofort einige Jugendliche, die sich auf
ihren Luftmatratzen außerhalb der Badezone aufhalten. Diese sind auch von den
Wachen am zweiten Posten nicht unbemerkt geblieben. In solchen Situationen
erweist es sich als hilfreich, dass alle Posten mit Funk ausgestattet sind und
so untereinander in Kontakt treten können. Gemeinsam entscheiden nun die
Wachen, die Jugendlichen vorerst im Blick zu behalten und das Boot, welches
ebenfalls ein Funkgerät an Bord hat, noch nicht zu benachrichtigen. Insgesamt
sind jeden Tag mindestens zehn Leute der DLRG am Silbersee vertreten. „Nur so
sind ausreichend Leute anwesend, schließlich muss der Funk im Haupthaus immer
besetzt sein, um im Notfall Hilfe anfordern zu können und wir können uns bei
der Wache auch nicht nur auf das beschränken, was im Wasser passiert. Dort ist
nämlich im Verhältnis zu der großen Besucherzahl relativ wenig los“, erklärt
Marina Mackschewski, die nach einer Unterbrechung nun seit fünf Jahren wieder
aktiv beim Wachschutz der DLRG mitwirkt. Um den Dienst nicht zu einseitig
werden zu lassen, werden die Besetzungen an Posten und Boot circa anderthalb stündig
gewechselt. Einsätze, bei denen es sprichwörtlich um Leben und Tod geht, gibt
es aber am Silbersee zum Glück kaum. „Meist gehört Pflaster kleben und das
Finden verlorener Eltern zu unseren Hauptaufgaben“, weiß Einsatzleiter Roland
Löhnert. Auf den Ernstfall wäre das Team trotzdem bestens vorbereitet. Im
Haupthaus befinden sich Tragen und Bojen, mit denen Ertrinkende gerettet werden
können, wenn das Boot nicht schnell genug zur Stelle ist. Auch ansonsten ist
alles vorhanden, um eine gute Erstversorgung zu gewährleisten. Außerdem
befindet sich an jedem Posten ein Erste-Hilfe Kasten. Nach der ersten
Versorgung werden die Verletzten von der DLRG anschließend immer an
Fachpersonal übergeben. „Wir haben zwar alle einen Sanitätsschein, doch wir dürfen
wegen eventueller Allergien keine Medikamente verabreichen und sichern uns
durch die Übergabe einfach selber ab“, berichtet Marina Mackschewski. Neben dem
Sanitätsschein haben alle Mitglieder des Wachschutzes auch eine Rettungsschwimmerausbildung
absolviert. Hiernach folgt eine spezielle Ausbildung für den Wasserrettungsdienst.
Bei der Wachaufstellung wird deshalb immer darauf geachtet, dass in einer
erfahrenen Mannschaft auch jüngere Mitglieder dabei sind, die noch ausgebildet werden.
So auch Marcel Kortekaas, der mit seinen 13 Jahren der jüngste im Team ist. Wie
viele bei der Wachmannschaft, ist auch er über seine Familie zum Wachschutz
gekommen. „Ich bin seit sieben Jahren bei der DLRG und wurde oft von meinem
Vater mit zur Wache genommen“, erzählt Marcel. Michel Kortekaas ist einer der
Boostführer der Mannschaft. Hierfür hat er einen Bootsführerschein und eine
spezifische Ausbildung absolviert, ganz ähnlich wie bei einer Fahrprüfung. Im
Schwimmbereich darf mit dem Boot nur Schritttempo gefahren werden, um niemanden
zu gefährden. Anschließend werden ganz gezielt Schwimmer oder Personen in
Schlauchbooten angesteuert, die sich eindeutig außerhalb des markierten Bereiches
befinden. „Wir können nicht jeden zurückpfeifen, der sich ein paar Meter hinter
der Absperrung befindet, aber in der Nähe der Bagger kann es wegen der Absaugungenwirklich
gefährlich werden“, erklärt Miche l die Wichtigkeit des abgesteckten Badebereiches. Manchmal werden auch vom
Boot aus die Eltern von verlorenen Kindern gesucht, da man von Wasser den
Strand einfacher überblicken kann. Während des Sommers ist die Wache jedes
Wochenende besetzt und die Mannschaft hat sich mittlerweile zu einer
eingeschworenen Gruppe entwickelt und auch wenn es mit Arbeit verbunden ist,
stellt der Wachdienst für alle Ehrenamtlichen so etwas wie ein Hobby da. Und mit
der Hilfe der DLRG Dülmen hat Moritz am Ende auch seine Eltern wieder gefunden.
Quelle: Dülmener Zeitung – www.dzonline.de
DLRG Ortsgruppe Dülmen - www.dlrg-duelmen.de
Das Recue-Team der Ortsgruppe Dülmen wurde 1993 gegründet. Ein Dank
unsererseits für die gute Zusammenarbeit geht an dieser Stelle
insbesondere auch an Martin Diekmann, Leiter Tauchen der DLRG
Ortsgruppe Dülmen